Börzel, Tanja, und Thomas Risse (2021): Effective Governance Under Anarchy. Institutions, Legitimacy, and Social Trust in Areas of Limited Statehood
作者:Jared Sonnicksen · 发表于:Politische Vierteljahresschrift · 年份:2023 · DOI:10.1007/s11615-022-00450-2 · 被引用次数:13
Was macht gutes Regieren aus, wie ist es möglich, und wie unter verschiedenen Bedingungen und Systemkontexten? Damit stellen sich klassische Fragen der Politikwissenschaft schlechthin, die gleichsam kaum aktueller sein könnten. Sie gehören auch zum Zentrum des Forschungsinteresses des vorliegenden Buches von Tanja Börzel und Thomas Risse (folgend Börzel/Risse). Dabei nehmen sie nicht die OECD-Welt als Maßstab, legen den Fokus stattdessen auf das Regieren in Räumen begrenzter Staatlichkeit („areas of limited statehood“, folgend ALS), und möchten herausfinden, wie effektives Regieren – wie die Erbringung öffentlicher Güter und Leistungen – trotz fehlender oder stark eingeschränkter staatlicher Kapazitäten möglich ist (S. 2, S. 254). Ihr Buch, wie das ihm zugrunde liegende Forschungsprojekt, ist auch deshalb enorm relevant, da ALS, wenn auch zu verschiedenen Graden, den Großteil der heutigen Staatenwelt und gar die Geschichte menschlicher Gemeinwesen kennzeichnen; oder wie es Börzel/Risse auch zugespitzt im ersten Kapitel formulieren, „die Welt sei nun mal nicht Dänemark“ (u. a. S. 1; hier wie folgend eigene Übersetzungen). Ihre leitenden Fragen lauten also genauer: Zum einen warum, wann und wie beteiligen sich diverse (nicht-)staatliche, inter-/transnationale und sonstige öffentliche sowie private Akteure am Regieren unter ALS-Bedingungen; zum anderen unter welchen Bedingungen gestaltet sich jenes Regieren als effektiv und legitim (S. 9, auch S. 58, S. 69, S. 249). Das zu lösen...